Fachartikel: Gestaltung von W3C validen Webseiten - macht das einen Sinn?
Jul 24
Die Realität im Jahr 2009
Dennoch muss man heute, 9 Jahre nach Veröffentlichung von (X)HTML 1.0, beim Besuch verschiedenster Webseiten immer wieder feststellen, dass deren Validität nicht gegeben ist. Der Anspruch an Validität muss selbstverständlich nicht an Peter‘s Private Fussball Homepage, die z. B. mit Frontpage selbst gestaltet ist, gerichtet werden, jedoch sind auch die meisten kommerziellen Seiten alles andere als valide. Bekanntestes Beispiel hier: Amazon mit über 1.800 Fehlern!
Was ist Validität und warum ist sie so wichtig?
Webstandards wurden vom W3C unter anderem entwickelt um:
- allen Nutzern des Internets den größtmöglichen Nutzen zu bringen.
- Programmierern den Code zu vereinfachen und somit die Produktionskosten zu senken.
- Eine Entwicklung barrierefreier Webseiten zu erleichtern.
- Websites zu entwickeln, die mit allen internetfähigen Geräten zugänglich sind.
Als Validierung wird der Prozess bezeichnet, bei dem Dokumente (z. B. (X)HTML oder CSS-Dateien) auf die Einhaltung eines formalen Standards überprüft werden. Ein Dokument das so geprüft wurde und diese Prüfung bestanden hat wird als valide bezeichnet.
Warum sollten Programmierer validen Code erstellen?
- Valider Code wird von Webbrowsern besser wiedergegeben als nicht-valider.
- Valider Code wird schneller wiedergegeben (gerendert) als fehlerhafter Code.
- Valider Code wird auf allen Browsern gleich wiedergegeben (z. Zt. leider noch eine Vision des W3C)
- Barrierefreiheit zu erleichtern
»Validität ist die Kirsche auf der Spitze des SEO-Kuchens«
(Jim Hobson, Webdesigner)
Aktuelle und zukünftige Browser werden immer mehr standard-konform entwickelt. Es wird daher immer wichtiger valides und standard-konformes (X)HTML zu schreiben, damit entwickelte Seiten auch zukunftssicher sind und bleiben.
Weiterhin hält sich in der Internetgemeinde auch der Mythos, dass valide Webseiten z. B. von Google schneller in den Suchindex aufgenommen werden und somit auch ein besseres Ranking (engl. für Positionierung) erhalten. Hierzu gibt es verschiedenste Theorien und Tests die selbiges be- und widerlegen wollen.
Lena Wagner, Communications & Public Affairs Manager, Google Deutschland GmbH:
»Es ist gut, sich an Standards wie beispielsweise des W3C zu halten. Dadurch werden Websites für eine größere Gruppe von Nutzern besser erreichbar, was wiederum dazu führen kann, dass diese Websites dann weiter empfohlen werden. Empfohlene Websites sind für uns ein Indikator dafür, dass sie relevant sind, was sich im Ranking bemerkbar machen kann. Das heißt aber nicht, dass generell alle Websites, die sich an W3C-Standards halten, automatisch ein besseres Ranking erreichen.«
Auf der anderen Seite testete z. B. der Webdesigner Shaun Anderson (www.hobo-web.co.uk), der sich ausgiebig mit dem Thema SEO (Search Engine Optimization engl. für Suchmaschinen Optimierung) beschäftigt, die Aufnahme ein und derselben Webseite in den Google Suchindex, jedoch als valide und nicht valide Variationen dieser. Ein entsprechender Test wurde auf seinem Blog (eine Art von Internettagebuch) veröffentlicht.
So wurden zeitgleich bei Google angemeldet:
a) Seite mit validem (X)HTML und validem CSS
b) Seite mit invalidem (X)HTML und validem CSS
c) Seite mit validem (X)HTML und invalidem CSS
d) Seite mit invalidem (X)HTML und invalidem CSS
Das Ergebnis scheint für Anderson klar zu sein. Denn von den vier angemeldeten Webseiten nahm Google in kürzester Zeit nur Variante A, also mit vollständig validem Code, in den Suchindex auf. Dieser Fakt ist für Anderson und viele andere ein klarer Indikator der diese Theorie unterstreicht. Jim Hobson, selbst Webdesigner und Verfechter der Wichtigkeit von validen Webseiten, kommentiert, dass Validität nach seiner Meinung: »die Kirsche auf der Spitze des SEO-Kuchens« sei. Das Extrainvestment seiner Kunden in eine validierte Webseite führe automatisch auch zu besseren Suchergebnissen bei Google & Co.
Dennoch spielen bei der Erstellung einer Seite oder eines Templates viele Rahmenbedingungen und Faktoren eine wichtige Rolle.
Zum einen werden immer wieder Webseiten gestaltet, deren Grundstruktur auf vorgefertigte und oft invalide Templates, zurückzuführen ist. Diese werden dann entsprechend der jeweiligen Kundenanforderungen konfektioniert, was wiederum zu erweiterter Invalidität führt und sich entsprechend auch an Unterseiten vererbt.
